Völlig neue Wege in pflanzenbasierter Wirkstoffproduktion

Wie man winzige Fabriken in Pflanzen einbaut

 

Synthetische Biologie ist die Neukombination verschiedener Bausteine des Lebens, um biologische Systeme zu erzeugen, die es in der Natur nicht gibt. Dazu werden Moleküle, Zellen und Organismen mit neuen Eigenschaften einwickelt. In dem Projekt des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie geht es um eine vollkommen neuartige biosynthetische Methode, die ermöglicht, kleinste, molekulare Fabriken in einzelnen Zellen von Pflanzen aufzubauen. Diese Mikrofabriken werden "auf Knopfdruck" zur Produktion biotechnologisch oder therapeutisch relevanter Moleküle während des normalen Wachstums der Pflanzen aufgebaut.


Das Team der Nachwuchsforschungsgruppe verwendet komplette Pflanzen oder Blatthaare, wie man sie von Brennesseln und Geranien kennt, um die Biosynthese von Eiweißmolekülen und chemischen Substanzen durchzuführen. Solche Blatthaare sind bekannt für hohe Stoffwechselaktivität und Bildung bioaktiver Substanzen - perfekte Mikrofabriken. Eine neuartige Formel, die auf Anreicherung von Proteinen basiert, ermöglicht die gezielte Steuerung ihrer Aktivität und Funktion sowie die Ausbildung der erwähnten Mikrofabriken als einzelne Pflanzenzellen. Die innovative Anwendung könnte in Zukunft zu verbesserter "naturidentischen" Produktion von Wirkstoffen in Pflanzen führen und Biosynthesen erlauben, die für chemische Syntheselaboratorien zu kompliziert sind. Ziel ist, biobasierte Produktion von Pharmazeutika und Industrierohstoffen im Rahmen von Molecular Farming in Pflanzen voranzutreiben.

Bewerber & Institution

// Dr. Nico Dissmeyer
// Frederik Faden
// Prof. Dr. Arp Schnittger

Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB)

www.dissmeyerlab.org 
www.ipb-halle.de 
www.sciencecampus-halle.de