Demenz- und Krebserkrankungen auf der Spur

Magdeburger Forscherteam entwickelt innovatives Verfahren zur zell-spezifischen Detektion neu hergestellter Proteine in komplexen Organismen


Organe bestehen aus verschiedenen Zelltypen, deren Funktionalität durch Art und Menge der in ihnen vorliegenden Proteine bestimmt ist. Bei variierenden Bedingungen passen gesunde Zellen ihre Proteinkomposition durch Neusynthese und Abbau von Proteinen an. Störungen können Ursache oder Ausdruck von Erkrankungen wie Krebs, Demenz oder Autoimmunität sein. Herkömmliche Methoden versagen aber, wenn neu synthetisierte Proteine von bereits bestehenden unterschieden werden müssen. Ebenso können in einem Organ angesiedelte Proteinkompositen verschiedener Zelltypen nicht voneinander abgegrenzt werden. So war es bisher ausgeschlossen, Veränderungen im Proteingehalt eines ganzen Organs - sei es infolge physiologischer oder pathologischer Vorgänge - bestimmten Zelltypen zuzuordnen. Genau dies ist aber für ein tiefgründigeres Verständnis wünschenswert.

Diese Lücke schließt das neue Verfahren. Durch Kombination einer künstlichen Aminosäure, eines veränderten Enzyms und sogenannter Klick-Chemie können neu synthetisierte Proteine in ausgewählten Zelltypen lebender Modellorganismen selektiv markiert, isoliert und identifiziert werden. Das Verfahren ermöglicht somit u. a. ein gründlicheres Studium krankheitsbedingter Proteinveränderungen und darauf aufbauende Konzeptionen für gezieltere Therapien.

Bewerber & Institutionen

// Prof. Dr. rer. nat. Daniela C. Dieterich
// Dr. rer. nat. Kathrin Marter
// Dr. rer. nat. Anke Müller

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

www.ipt.ovgu.de

// Oliver Kobler
// Dr. rer. nat. Ulrich Thomas

Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg

www.lin-magdeburg.de

// Ines Erdmann

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg /
Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg