3. Platz Innovativste Projekte der angewandten Forschung

ex-vivo Lungen-Ventilations- und Perfusionsmodel für thoraxchirurgische Forschung

 

Jährlich werden weltweit bis zu 120 Millionen Wirbeltiere für die Forschung benötigt. Davon entfallen in Deutschland ca. 20% auf die Entwicklung von medizinischen Produkten, was erhebliche Kosten und ethische Bedenken mit sich bringt. Moderne Ansätze könnten helfen, diesen Bedarf signifikant zu reduzieren.

Daher hat die Klinik der Herz- und Thoraxchirurgie der Universitätsklinik Magdeburg, in enger Kooperation mit dem Bereich Ur- und Umformtechnik des Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung der Otto-von-Guericke-Universität, ein System entwickelt, in dem eine isolierte Lunge für die Dauer einer üblichen Lungenoperation außerhalb des Körpers durchblutet und belüftet wird, um in realitätsgetreuer Umgebung Experimente durchzuführen. So ist es den Ärzten bspw. möglich Kleber, die für den intraoperativen Einsatz am Menschen entwickelt werden, realitätsnah auf ihre Funktionalität zu testen.

Die ausschließliche Verwendung von Schlachtabfällen macht den Einsatz von Versuchstieren dabei überflüssig. Die modulare Konstruktion und der Einsatz additiver Fertigungsverfahren in der Prototypenphase erlaubt zudem die gezielte Modifikation des Systems für alternative Anwendungen. So wird die Apparatur als OP-Simulator mit „lebendem“ Organ eingesetzt.

Mithilfe spezieller Deckeleinsätze können minimalinvasive, thoraxchirurgische Eingriffe realitätsnah simuliert werden und somit die motorischen Fähigkeiten kosteneffizient geschult werden.

 

 

Bewerber & Institutionen

// Dr. med. Patrick Zardo
// Dr. rer. nat. George Kensah
// M. Sc. Jan Pietras

Otto-von-Guericke Universität, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie

www.kchh.ovgu.de