1. Platz Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung

CortiGrid – Ein bidirektionales,
optoelektronisches Gehirninterface

Menschen mit motorischen Behinderungen können Prothesen steuern, weil relevante Informationen aus dem Gehirn über Elektroden abgeleitet werden. Doch bei sensorischen Schäden gibt es noch keine praktikablen Neuroprothesen: Das „Schreiben“ von Information ins Gehirn ist deutlich komplizierter als das „Lesen“. Mit den bisherigen elektrischen Stimulationsverfahren können lediglich einzelne „Lichtblitze“ wahrgenommen werden.

Hier setzt die Entwicklung CortiGrid an, die einfach auf die Gehirnoberfläche aufgelegt wird. Es handelt sich um eine Matrix aus neuartigen, mikroskopisch kleinen, biokompatiblen LED-Lichtquellen und innovativen Elektroden, eingebettet in einer extrem dünnen Folie. Das Gehirn wird durch eine optogenetische Gentherapie für Licht sensitiviert und hochkomplexe Informationen werden hineingeschrieben. Die hohe Dichte, mit der sich
Lichtquellen anordnen lassen, und die genetische Präzision der Optogenetik schaffen ungeahnte Möglichkeiten. Das Licht, das durch die μLEDs in CortiGrid erzeugt wird, dringt räumlich geordnet ins Gehirngewebe ein. Es stimuliert dort optogenetisch nur jene Zellen, die für die Wahrnehmung entscheidend sind.

So könnte in Zukunft eine basale Wiederherstellung verlorener Sinne erreicht werden. CortiGrid soll den Grundstein legen, um verlorene Sinne von beispielsweise Blinden, Gehörlosen oder auch
Querschnittsgelähmten zu ersetzen.

Bewerber & Institutionen

// Dr. rer. nat. Michael Lippert, Prof. Dr. rer. nat. Frank Ohl
// Prof. Dr. rer. nat. Frank Ohl
// Prof. Dr. rer. nat. Armin Dadgar
// Prof. Dr. rer. nat. Bertram Schmidt
// Dipl.-Ing. M.Sc. Martin Deckert

// Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg
// Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

www.lin-magdeburg.de | www.ovgu.de