1. Platz Innovativste Projekte der angewandten Forschung

Künstliches Fruchtwasser und Perinatales Port-System zur Behandlung eines vorzeitigen Blasensprunges

Die Hauptursache für vorzeitigen Blasensprung im zweiten Trimester einer Schwangerschaft ist eine Infektion der Gebärmutter. Weil diese sich ausbreitet, müssen die meisten Patientinnen innerhalb weniger Tage entbunden werden. Doch viele der extrem frühgeborenen Kinder versterben in den ersten fünf Lebensjahren.

Die Bewerber haben ein künstliches Fruchtwasser entwickelt, das dem menschlichen sehr ähnlich ist. Jedoch enthält diese hypoosmotische Lösung nicht die Elemente, die die Vermehrung der Bakterien unterstützen. Die Lösung wird kontinuierlich direkt in die Amnionhöhle in die Gebärmutter gegeben (flush out Methode). Möglich macht dies ein ebenso neu entwickeltes, subkutan implantiertes Port-System. Die Bakterien werden aus der Gebärmutter ausgewaschen und trotz des Blasensprunges wird eine normale Fruchtwassermenge wiederhergestellt. Damit kann man die Schwangerschaft um circa sieben Wochen verlängern, ohne die Infektionsgefahr beim Kind deutlich zu steigern.

Bisher waren Plasma-Ersatzlösungen und eine Amnioinfusion über die Nadelpunktion üblich. Die Lösungen unterscheiden sich deutlich vom menschlichen Fruchtwasser, besonders in pH, Spurenelementen und Osmolarität. Zudem gab es bisher keine Katheter mit einer Fixierung oder „double-bubble“-Katheter-Systeme für die wachsende und mobile Gebärmutter. Hier bestand unter anderem die Gefahr der Dislokation.

Bewerber & Institutionen

// Univ.-Prof. Dr. med. Michael Tchirikov

// Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fachbereich Medizin
// Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin Halle (Saale)

www.medfak.uni-halle.de | www.medizin.uni-halle.de